Der letzte Tag

Fotoalbum    Bilder    Gedichte    Texte    Gedanken    Gästebuch    der letzte Tag    Anzeigen/Grab    Beerdigung    (Startseite)

 

 

Robins letzter Tag war Montag, der 11. November 2002.

Robin war morgens schon aus dem Haus - er stand auf der Treppe - da fiel ihm ein, dass er seine Fotos vergessen hat.

Die Fotos, mit denen er allen zeigen wollte, dass sein lang gehegter Traum Wirklichkeit geworden ist,

dass er in Afrika war - auf Djerba.

Normalerweise hätte ich gesagt, dass er sie doch am nächsten Tag auch noch mitnehmen kann...

aber ich bin rein gegangen und habe ihm all die Fotos geholt, die er wollte...

Robin war so glücklich, als er aus der Schule zurück kam...-.. hatte er doch jetzt allem bewiesen, dass er wirklich

einen Waran auf der Hand hatte..., dass er wirklich in der Wüste war....

Am Nachmittag spielte Robin mit einem seiner 2 besten Freunde, Matthias von nebenan.

Als Matthias zum Martini - Umzug gehen wollte, sagte Robin, er möchte zu Hause bleiben...zum Glück..

Später, als Frank und ich uns fertig machten, um zur Faschings - Eröffnung zu gehen, waren beide Kinder im Bett.

Robin freute sich, dass wir weg wollten. Er saß im Bett und las sein neuestes Donald Duck Buch.

Wir gingen kurz nach 19.30 Uhr aus dem Haus.

Kaum waren wir dort angekommen, wo wir hin wollten, klingelte mein handy  -  Svenja..- Robin weint so schrecklich...

Ich sprach mit Robin und er weinte so doll, dass ich kaum verstand, dass er Kopfweh hat...

Ich fuhr sofort nach Hause..

Als ich ankam, stand Robin an der Kellertreppe und hatte sich beruhigt (später sollte ich wissen, dass das der Anfang von seiner Bewußtseinseintrübung war..).

Wir kuschelten auf dem Sofa, dann legte ich ihn in unser Bett (dort war er immer gern, wenn es ihm nicht gut ging).

Robin lag im Bett und sagte, er braucht einen Arzt, er muss ins Krankenhaus.

Später sagte er noch, er muss sterben...

Ich telefonierte mit dem Kinderarzt, befolgte seine Anweisung - Zäpfchen..

2 Minuten später rief ich wieder an, fuhr in seine Praxis. Bis wir dort ankamen, war Robin schon bewußtlos.

Er sagte sofort, wir müssten ins Krankenhaus (hatte aber nicht gedacht, dass es so ernst ist).

Also Notarzt. Dieser stellte Hirnbluten fest, 1. Krankenhaus..weitere Untersuchungen, aber niemand der unserem Kind helfen konnte..

Also wieder Krankenwagen, 2. Krankenhaus.

Dort hieß es, alles ist möglich...

Über 3 Stunden OP, währenddessen ich das erste Mal seit Jahren gebetet habe...

Dann der Arzt und die Worte, die ich nie vergessen werde !!!

"Ich habe ihnen eine betrübliche Mitteilung zu machen..."

Als nächstes sagte er: "Ich weiß, wie es ihnen geht, ich habe auch Kinder."

Da habe ich ihn raus geschmissen.

Kurz darauf kam ein anderer Arzt, der uns zu unserem Kind führte.

Und wir hatten soviel Zeit, bei Robin zu sein, wie wir wollten.

Er sah aus, als ob er schläft. Total entspannt, fast glücklich.

© 2014 Frank & Bettina Rosenfeld